3D-Modelle für Händler:innen erstellen
Wenn du 3D-Modelle von Produkten im Auftrag eines Händlers erstellst, muss das Modell bestimmte Standards erfüllen. Wenn dein Modell diese Standards erfüllt, erhält der Händler ein hochwertiges, vielseitiges Modell, das für viele verschiedene Erlebnisse verwendet werden kann, einschließlich Augmented Reality (AR), virtuelle Realität (VR), Produkt-Rendering und Marketing. Wenn ein Modell die Standards nicht erfüllt, wird der Händler das Modell wahrscheinlich ablehnen.
In diesem Leitfaden werden die Modellierungsstandards erläutert, die ein 3D-Modell erfüllen muss, und einige häufige Fallstricke aufgezeigt, die dazu führen können, dass ein Händler ein Modell ablehnt.
Auf dieser Seite
Häufig verwendete 3D-Modellierungssoftware
Die folgende 3D-Software wird häufig für die Erstellung von 3D-Modellen für Händler verwendet:
Maya
Autodesk Maya ist ein Branchenstandard für die 3D-Modellierung. Maya verfügt über alle Tools, die du benötigst, um hochwertige 3D-Modelle zu erstellen.
Blender
Blender ist eine kostenlose Alternative und eine gute Wahl für den Einstieg in die 3D-Modellierung. Es eignet sich auch für die Vorschau von 3D-Modelldateien.
3ds Max
3ds Max ist eine weitere 3D-Modellierungssoftware von Autodesk. 3ds Max ist nicht so stark auf die Modellierung ausgerichtet wie Maya, verfügt aber dennoch über alle Tools, die du eventuell benötigst.
ZBrush
ZBrush von Pixologic ist ein intuitives Sculpting-Programm. In ZBrush ist es einfach, weiche Oberflächen und hochwertige Details zu erstellen, aber es ist nicht ideal für die Erstellung optimierter Meshes.
Substance Painter
Substance Painter ist ein robustes Tool, mit dem du hochwertige Texturen erstellen kannst, indem du sie direkt im 3D-Raum auf ein Modell malst. Du kannst es auch verwenden, um Modelle im GLB-Format zu exportieren.
Photoshop
Adobe Photoshop ist eine kostengünstige Option, aber es eignet sich nicht so gut für die Erstellung von 3D-Texturen wie Substance Painter.
Merkmale hochwertiger Modelle
Nachfolgend findest du einige Best Practices, die du bei der Erstellung eines Produktmodells befolgen solltest. Diese Best Practices helfen dir, ein präzises, hochwertiges Modell zu erstellen, das auf unterschiedliche Weise verwendet werden kann, einschließlich AR Quick Look, 3D-Viewern in Browsern, virtueller Realität und Produkt-Renderings.
Visuelle Genauigkeit
Das Modell sieht identisch mit den Referenzfotos aus.
Das Modell ist maßstabsgetreu gebaut. Für die Erstellung des Modells in der exakten Größe des echten Produkts sollten die korrekten Einheiten verwendet werden:

Mesh-Qualität
Das Modell hat nur so viel Geometrie wie nötig:

Links: Ein Modell mit der notwendigen Menge an Geometrie. Rechts: Ein Modell mit zu viel Geometrie. Auf dem Modell befinden sich keine schwarzen Polygone. Schwarze Polygone sind ein Zeichen dafür, dass mit dem Modell etwas nicht stimmt, z. B. zwei sich überlappende Flächen oder Normalen, die entsperrt werden müssen:

Einzelne Teile werden separat modelliert und dann so zusammengesetzt, als würde man ein echtes Produkt montieren:

Links: Separat modellierte Komponenten einer Tasche. Rechts: Kombinierte Komponenten einer Tasche. Produktkanten sind abgefast, um Übergänge weicher zu gestalten:

Links: Ein Würfel mit korrekt abgefasten Kanten. Rechts: Ein Würfel mit nicht abgefasten Kanten.
Physikalisch basiertes Rendering
Texturen werden mit einem Workflow für physikalisch basiertes Rendering (PBR) exportiert.
Für eine GLB-Datei musst du die folgenden Texture-Maps exportieren:
- diffuse
- normal
- eine einzelne Map mit Okklusion, Rauheit und Metallizität, die jeweils dem roten, grünen und blauen Kanal zugeordnet sind
- emissiv (optional)
Materialqualität
Die der Geometrie zugewiesenen Materialien stimmen mit den Produktreferenzfotos überein.
Es gibt Nuancen und Feinheiten, die bei Modellen von geringerer Qualität oft übersehen werden. Kleine Schrammen, Kratzer und Unvollkommenheiten tragen alle dazu bei, dass ein Modell glaubwürdiger erscheint:

Texturdateien sind so klein wie möglich, während die Auflösung beibehalten wird.
Es gibt nur eine Texture-Map für jede Eigenschaft eines Modells, z. B. Rauheit, Metallizität und Umgebungsverdeckung (Ambient Occlusion):

Für eine GLB-Datei musst du die folgenden Maps einfügen:
- diffuse
- normal
- eine einzelne Map mit Okklusion, Rauheit und Metallizität, die jeweils dem roten, grünen und blauen Kanal zugeordnet sind
- emissiv (optional)
Modellierung für Überarbeitungen
Das Mesh ist quadranguliert, d. h. es verwendet eine vierseitige Geometrie. Eine quadrangulierte Geometrie ist besser, es sei denn, ein erforderliches Dateiformat bevorzugt eine triangulierte (dreiseitige) Geometrie:

Links: Ein quadranguliertes Modell. Rechts: Ein trianguliertes Modell. Eine gute Arbeitsdatei sollte gepflegt werden. Das Aufbewahren einer Version der Modelldatei, bevor die Transformationen eingefroren oder der Verlauf gelöscht wurde, hilft, spätere Probleme zu vermeiden.
Polygonanzahl
- Die Polygonanzahl des Modells ist so niedrig wie möglich, während alle Details des Produkts erhalten bleiben.
- Das Modell entspricht den Grenzwerten für die Polygonanzahl verschiedener Medienformate, in denen das Modell verwendet werden könnte, wie z. B. Facebook-3D-Posts, AR Quick Look und VR.
UV-Layout
Alle UV-Shells sind auf einer einzigen Textur-Map abgebildet.
Alle UV-Shells sind im 1:1-Raum positioniert.
Keine der UV-Shells überlappt sich.
Die UV-Nähte befinden sich an den natürlichen Grenzen des 3D-Modells.
Die UV-Shells wurden manuell mit geeigneten Abwicklungstechniken abgewickelt. Es wurden keine automatischen Abwicklungs-Tools verwendet:

Produktherkunft
Der Ursprung des Produkts ist auf der Basis des Produkts zentriert:

Vorgehensweisen beim Exportieren
- Alle Objekte wurden zu einem Objekt zusammengefügt.
- Alle Kanten wurden weichgezeichnet.
- Die Basis des Modells wurde am Ursprung des Rasters platziert.
- Alle Transformationen wurden eingefroren.
- Der gesamte Verlauf wurde gelöscht.
- Dem Modell ist nur ein Material zugewiesen, es sei denn, es ist anderweitig erforderlich.
Technische Anforderungen
- Das Modell wurde im GLB-Format an die Händler:innen gesendet. Mehr erfährst du unter Zustellung fertiger Modelle an die Händler:innen.
- Die gesamte Dateigröße sollte etwa 4 MB betragen. Einige Medien erfordern möglicherweise eine geringere Größe.
- Texturen sollten nach Möglichkeit optimierte JPG-Dateien sein.
Beispielmodelle
Die folgenden Modelle erfüllen alle Kriterien der Checkliste für Standards bei der 3D-Modellierung. Die Modelle, die du den Händler:innen zur Verfügung stellst, sollten eine ähnliche Qualität aufweisen.
Weiche und harte Produkte
Weiche Produkte haben eine Form, die durch Berührung und Schwerkraft beeinflusst werden kann. Einige Beispiele sind Kleidung, Decken und Kissen. Weiche Produkte sollten flexibel aussehen. Sie sollten Falten und Knicke haben, um realistisch zu wirken. Weiche Produkte sollten so modelliert werden, dass die Einwirkung der Schwerkraft dargestellt wird. Bedenke, wie die Händler:in den Artikel dargestellt haben möchte, z. B. ordentlich gefaltet, auf einem Bügel hängend oder flach liegend.
Harte Produkte behalten trotz der Auswirkungen von Berührung und Schwerkraft ihre Form bei. Beispiele dafür sind Vasen, Geschirr und Elektronik. Sie sollten saubere Kanten und eine saubere Geometrie aufweisen. Oberflächen sind normalerweise vollkommen glatt und reflektieren das Licht gut. Unvollkommenheiten sind in den Texturen, aber nicht in der Geometrie vorhanden. Die Kanten sollten für zusätzlichen Realismus abgeschrägt sein.

Hochdetaillierte und große Produkte
Hochdetaillierte Produkte haben Texturen, Etiketten oder Logos, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. Die Produkte müssen für das Auge klar und scharf sein. Es ist wichtig, dass ihr Texturraum vollständig optimiert ist. Ihre Texturen müssen sauber aufgetragen werden. Beginne mit dem Erstellen der Texturen in einer hohen Auflösung und komprimiere die Datei anschließend bei Bedarf. Gib den Teilen der Geometrie mit Logos und Text bei Bedarf mehr Platz auf der UV-Map.
Große Produkte nehmen mehr Platz ein als ein durchschnittliches Produkt. Einige Beispiele sind Sofas, Autos und Fahrräder. Es ist wichtig, dass die Texturen dieser Produkttypen vollständig optimiert sind. Diese Produkte sind in einer Szene viel größer, sodass gestreckte oder niedrig aufgelöste Texturen für die Benutzer:innen besser sichtbar sind. Texturen für große Produkte müssen oft mindestens eine 2K-Auflösung haben. Beginne mit dem Erstellen einer hochauflösenden Textur und komprimiere die Datei anschließend bei Bedarf.

Zeitlicher Rahmen
Du solltest die Erwartungen an ein Modell mit der Händler:in besprechen, bevor der Modellierungsprozess beginnt. Du solltest der Händler:in eine Schätzung geben, wie lange die Erstellung des Modells dauern wird, basierend auf den von ihr bzw. ihm bereitgestellten Fotos. Die folgenden Faktoren können die Zeit beeinflussen, die für die Erstellung eines Modells benötigt wird:
- Komplexität des Modells
- Komplexität der Textur
- Anzahl der Variantenoptionen
- Genauigkeit der von den Händler:innen bereitgestellten Maße
- Qualität und Anzahl der von der Händler:in bereitgestellten Produktfotos
Qualitätsprüfung
Wenn du der Meinung bist, dass ein Modell fertig ist, solltet ihr – du und die Händler:in – es beide überprüfen, bevor du ihr bzw. ihm alle fertigen Dateien sendest. Die Händler:in kennt ihre bzw. seine Produkte am besten und kann beurteilen, ob ein Modell die Produkte genau darstellt.
Um deine eigene Überprüfung durchzuführen, solltest du die Checkliste für Standards verwenden. Die Verwendung der Checkliste stellt sicher, dass ein Modell so genau und gut ausgearbeitet wie möglich ist, bevor du es an die Händler:in sendest. Das bedeutet, dass du das Modell nach der Lieferung mit geringerer Wahrscheinlichkeit überarbeiten musst, was die Bearbeitungszeit für ein Modell verkürzt.
Wenn du das Modell an die Händler:in sendest, stelle sicher, dass du Folgendes tust:
- Sende das Modell in einem Format, in dem es in 360 Grad begutachtet werden kann.
- Überprüfe, ob die Händler:in über ein geeignetes Gerät verfügt, um eine Vorschau des Modells anzuzeigen.
- Überprüfe, ob die Datei im erforderlichen Format funktioniert, falls zutreffend.
Wenn alle Punkte auf der Checkliste für Standards erfüllt sind und die Händler:in mit dem 3D-Modell zufrieden ist, kann das Modell als genehmigt gelten.
Im Folgenden sind einige häufige Qualitätsprobleme aufgeführt, die dazu führen können, dass ein Modell von der Händler:in abgelehnt wird:
Falscher Maßstab
Das Modell hat nicht die gleiche Größe wie das echte Produkt. Wenn das Modell in Augmented Reality neben dem echten Produkt platziert wird, sollten beide die gleiche Größe haben.
Unverhältnismäßige Komponenten
Eine Komponente im 3D-Modell ist im Verhältnis zu anderen Komponenten des Modells unverhältnismäßig. Stelle sicher, dass du genügend Informationen über die Teile eines Produkts sammelst, bevor du mit einem Modell beginnst. Es ist hilfreich, Referenzfotos aus mehreren Blickwinkeln zu haben, damit du die Komponenten von allen Seiten betrachten kannst und nicht nur mit schriftlichen Maßen arbeitest.
Schlechte Geometrie
Es kann Fehler in der Geometrie geben, die sich auf die Anzeige des Modells auswirken. Die folgenden Beispiele sind häufige Fehler, auf die du achten solltest:
- Schlechte Glättung
- Schlechte Abschrägung
- Polygone mit fünf statt vier Seiten, was zu Stauchungen führen kann
- Z-Fighting (doppelte Polygone an der gleichen Stelle)
- Dezimierung oder Triangulierung (verwende, wo immer möglich, Quads)
- Clipping oder Durchdringung
- Mehrere UV-Sets
- Mehrere beim Export angewendete Materialien
Nicht geschlossene Geometrie
In Augmented Reality oder einigen anderen Medien sind Löcher und Lücken in der Geometrie leicht zu erkennen. Stelle sicher, dass alle Kanten geschlossen und alle Punkte verbunden sind.
Falsche Form
Die Form des Modells stimmt nicht mit dem Produkt überein. Überprüfe die Proportionen und die Form sorgfältig. Die Silhouette deines Modells sollte den Produkt-Referenzfotos entsprechen.
Ungenaues Material
Das Material des Modells stimmt nicht mit dem Produkt überein. Detaillierte Materialien sind der Schlüssel zur Glaubwürdigkeit. Stelle sicher, dass die Materialien den richtigen Grad an Reflexionsvermögen, Glanz und Transparenz haben.
Niedrig aufgelöste und verschwommene Texturen
Texturdateien sind niedrig aufgelöst und verschwommen. Wenn du Texturdateien erstellst, beginne mit einer hohen Auflösung. Du kannst die Auflösung später herunterskalieren, je nachdem, welche Größe die Texturdatei haben soll. Für das mobile Web sollten Texturdateien nicht größer als 2048 x 2048 px sein. Du kannst eine Mischung aus unterschiedlich großen Texturen verwenden, um die Größe zu optimieren.
Verzerrte UVs
Die UVs des Modells sind verzerrt. Achte auf Dehnungen oder Verzerrungen in den UVs. Stelle sicher, dass Elementen, die mehr Details oder Aufmerksamkeit erfordern (wie z. B. Logos und anzuzeigender Text), der richtige Platz eingeräumt wird.
Fertige Modelle an den Händler übermitteln
Wenn ein Modell fertiggestellt und genehmigt ist, kannst du alle Modelldateien an den Händler übermitteln. Verwende dafür eine Methode, die für dich und den Händler am besten geeignet ist. Du könntest zum Beispiel E-Mail oder Dropbox verwenden.
Liefere alle 3D-Modelle als GLB-Dateien aus. Das GLB-Format wird von den meisten 3D-Viewern verwendet. GLB-Dateien sind einzelne Dateien, die das Modell und die Texturen enthalten.
Die folgenden drei Anleitungen erklären, wie du mit drei beliebten 3D-Modellierungsprogrammen GLB-Dateien erstellen kannst: